Scimediawatch

Donnerstag, 30. März 2006

Noch ein Science-online-Magazin!

Da soll noch einer durchblicken! Unter www.scienzz.de findet sich ein weiteres Online-Magazin mit täglich aktuellen News aus der schönen Welt der Wissenschaft Scheint sehr auf Deutschland zentriert zu sein, hat aber auch geisteswissenschaftliche Themen im Angebot.
Die Artikel sind meist sehr kurz, zwischen 1000 und 2000 Zeichen. Davon gibt es zwischen 6 und 8 pro Wochentag.

Wer dahinter steckt ist mir bei einer kurzen Recherche nicht ganz klar geworden: Strandhill Ltd. in London wird als Herausgeber im Impressum genannt. Es scheint aber kein deutscher Ableger einer englischsprachigen Site zu sein, da man unter www.scienzz.com auf die selbe Site kommt. Die fünfköpfige Redaktion residiert in Berlin.

Und bietet Praktika für „angehende Wissenschaftsjournalisten“ an. „Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium und Motivation.“ Ansprüche haben die! Umgekehrt proportional wird sich wohl die Entlohnung gestalten. Wer dennoch Interesse hat soll sich bei Frau Sylva Ullmann melden.
email: Ullmann@scienzz.com
Telefon: 49-(0)30-5096 99913

Dienstag, 28. März 2006

Warum nur, warum? Eine kleine Popsci-Bücherschau

Frage: Was haben die folgenden drei Sätze gemeinsam, außer dass sie mit „Warum“ beginnen?
1. Warum der Toast immer auf die Butterseite fällt und auch sonst alles schief geht
2. Warum Katzen immer auf die Pfoten fallen
3. Warum Hühner nicht auf Pink Floyd stehen

Richtig: es sind die Titel bzw. Untertitel von aktuellen populärwissenschaftlichen Buchneuerscheinungen (wobei die Verlage sicher wissen, warum Bücher mit „Warum“ im Titel sich womöglich besser verkaufen).
Der Toast-Titel dreht sich vor allem um die menschliche Wahrnehmung unter besonderer Berücksichtigung von „Murphys Gesetz“ (also warum immer alles möglichst schief geht), steckt voll von klugen Merksprüchen und ziemlich witzigen Kommentaren. Schließlich ist der Autor Richard Robinson einer der Mitbegründer von "Spitting Image" und reist seit sieben Jahren mit seiner Wissenschaftsshow durch die ganze Welt. (Mehr dazu unter www.smagic.demon.co.uk.)
Der Katzen-Titel wiederum enthält insgesamt 177 physikalische Rätsel und Paradoxien, die einigermaßen lehrreich und mitunter ganz schön überraschend aufgelöst werden. (Das mit der Katzendrehung ist im Übrigen theoretisch einigermaßen kompliziert, was ich meinem spinnerten Kater gar nicht zugetraut hätte.)
Mein Buchtipp ist aber der Hühner-Titel von Karl Kruszelnicki, einem der begnadetsten Wissenschaftsvermittler der Gegenwart. „Dr. Karls (neue) Geschichten der Wissenschaft“ strotzen vor Kuriosa, sind lehrreich und witzig - auch wenn in dem konkreten Fall der Titel zu viel verspricht: Dr. Karl zitiert nämlich bloß eine Studie des Psychobiologen Jaak Panksepp (sic!) von der Bowling Green State University (klingt verdächtig, stimmt aber; Panksepp ist zudem einer der führenden Humanethologen weltweit), der angeblich beobachtet hat, dass sich das Gefieder von Hühnern merklich sträubte, als man ihnen „The Final Cut“ vorspielte. Warum aber genau das dämliche Geflügel auf britischen progressive rock ungefähr so reagiert wie wenn man Eltern das Weinen ihrer Kinder vorspielt, bleibt leider unbeantwortet. (Meine Vermutung: womöglich sprachen die Hühner Englisch und haben nur den Plattentitel falsch verstanden...)

Zum Toast-Warum:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3442310970/qid=1143498624/sr=8-1/ref=pd_ka_1/303-6681788-6367435

Zum Katzen-Warum:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3379008737/qid=1143498702/sr=1-1/ref=sr_1_2_1/303-6681788-6367435

Zum Hühner-Warum
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3492046568/qid=1143498593/sr=8-2/ref=sr_8_xs_ap_i2_xgl/303-6681788-6367435

(Die links nur für die präsumptive amazon-Anzeige, die unserem Blog mächtig Kohle bringen wird;-)

Montag, 20. März 2006

Netzwerken - aber richtig!

Wie entstehen Netzwerke? Wie werden/bleiben sie stabil? Wie soll man sich in Netzwerken verhalten?

Harald Katzmaier von FAS research, der auch Lehrender von SciMedia ist, gab Anfang März im Standard Tipps für richtiges, erfolgreiches Netzwerken - die meines Erachtens ziemlich plausibel sind:

* Seien Sie der Erste, der gibt, und erwarten Sie keine Gegenleistung dafür.
* Gemeinsame Freunde verstärken die Beziehung: Stellen Sie Personen, zu denen Sie bereits einen Zugang haben, einander vor.
* Seien Sie respektvoll, neugierig und offen.
* Reden Sie nicht schlecht über abwesende Dritte. Seien Sie positiv.
* Lernen Sie vom anderen, und belehren Sie nicht.
* Seien Sie authentisch, und blasen Sie sich nicht auf.
* Versprechen Sie niemals, was Sie nicht halten können.
* Seien Sie nicht kleinmütig und ängstlich, wenn Sie etwas hergeben.

Netzwerke leben von wechselseitigem Geben und Nehmen. Dort, wo man nicht gibt, weil man nicht weiß, ob etwas zurückkommt, dort funktioniert Networking nicht. Das hat nichts mit Freunderlwirtschaft zu tun, sondern mit den elementarsten Grundlagen des sozialen Lebens: Vertrauen und Reziprozität.

Auf derStandard.at gibts den Artikel zu lesen: Networking und Vertrauen - Kleinmütigkeit und Geiz zerstören die Vitalität jedes Netzwerkes

(an den Artikel erinnert via zuckerwatte)

Freitag, 17. März 2006

Presseschau

Psychischer Stress schlecht fürs Herz

Dass mentaler Stress unseren Körper fordert, ist bekannt. Psychische Belastungen können sogar unser Herz angreifen, auch das wurde schon belegt. Dass das allerdings größere Folgen haben kann als bisher vermutet, haben nun amerikanischer Forscher aufgezeigt. Einer neuen Studie zufolge kann psychischer Stress Ischämie hervorrufen, eine Minderdurchblutung des Herzmuskels. Welche Auswirkungen das insgesamt für die Gesundheit hat, ist noch offen, wie science.orf.at berichtet. Also, immer ruhig Blut!

Wir alle sind verantwortlich. Ein neues Buch über den Klimawandel

Wer durch die von Öl-Lobbys und Umwelt-Aktivisten aufgebauten Nebelwände blicken und die tatsächlichen Fakten zum Thema Klimaveränderung erfahren will, dem sei das Buch "Wir Wettermacher" von Tim Flannery (50) ans Herz gelegt, berichtet die Nachrichtenagentur APA. Der australische Zoologe räumt darin angeblich nicht nur mit Mythen rund um die globale Erwärmung auf, sondern zeigt auch, wie jeder einzelne von uns ohne große Opfer etwas zur Lösung dieses Problems beitragen kann. Eine Aufforderung!
Tim Flannery: Wir Wettermacher. Wie die Menschen das Klima verändern und was das für unser Leben auf der Erde bedeutet, S. Fischer Verlag Frankfurt/Main 2006, 400 Seiten, EUR 20,50

Die Europäische Wissens-Gesellschaft in spe


Die European Science Foundation (ESF) erklärt in einer aktuellen Aussendung, wie Europa das Beste aus besserer Ausbildung machen kann. Wissen und Ausbildung seien Schlüsselsfaktoren bei der ökonomischen und sozialen Entwicklung in den europäischen Ländern, betont John Brennan vom Centre for Higher Education Research and Information der Open University in Großbritannien. Was laut ESF aber fehlt, ist die Forschung über die Prozesse, die dieses Wissen erzeugen. Als einen ersten Schritt will die ESF daher unter der Leitung von Brennan eine neue Zukunftsstudie erstellen, um herauszufinden, wie höhere Ausbildung über internationale Grenzen hinweg in Zukunft untersucht werden kann.


Templeton-Preis geht an John Barrow


Der mit 1,16 Millionen Euro dotierte Templeton-Preis für Arbeiten, die die Verbindung zwischen der Forschung und der Religion stärken, ist am Mittwoch dem britischen Kosmologen, Mathematiker und Dramatiker John Barrow zugesprochen worden. Der 53-Jährige ist Professor für Mathematik und lehrt an der britischen Universität Cambridge.
Er habe seine Erkenntnisse aus der Mathematik, Physik und Astronomie zu weit reichenden Darstellungen genutzt und damit Wissenschafter wie Theologen gleichermaßen herausgefordert, die Grenzen ihrer Disziplinen in Frage zu stellen, hieß es laut Standard in der Begründung der Templeton-Stiftung.
Der Templeton-Preis gilt als der höchstdotierte weltweit für einzelne Personen. Er war 1972 von dem in Amerika lebenden Philanthropen Sir John Templeton ins Leben gerufen worden und wird jährlich vergeben.

Mittwoch, 15. März 2006

Forschungsbeilage von "der Standard" jetzt mittwochs und dafür dicker

Ab 22.März erscheint die Forschungsbeilage der Tageszeitung "der Standard" immer mittwochs anstatt wie bisher montags.
Sie wird um einige Seiten dicker sein und wird neben der Technik und der Naturwissenschaft auch Platz für Geistes- und Sozialwissenschaften bieten - beziehungsweise gesellschaftliche Relevanzen und dergl. hinterfragen. Das stand teilweise in der dieswöchigen Beilage in einem kleinen Kastl, teilweise hat das aber auch Peter Illetschko (Redaktion Forschungsbeilage) erzählt.
Ich bin gespannt.

Freitag, 10. März 2006

Viele Ängste und noch mehr Themen

Neben den vielen Ängsten, siehe Vogelgrippe, die sich gut als Thema verkaufen lassen, gibt es noch jede Menge anderes, dass weder Angst einjagt noch medien-inkompatibel erscheint.
Man glaubt es kaum! Da hätte ich zum Beispiel was aus der Geisteswissenschaft anzubieten: Ein Team von Germanistinnen und Germanisten erarbeitet gerade erstmals ein Wörterbuch der österreichischen Redewendungen. Wer spielt nicht gerne damit, gerade der Schreibende, und weiß sie meist gezielt einzusetzen. In dem Wörterbuch wird sich sicherlich das eine oder andere Unbekannte oder Brauchbare finden. Wie wäre es zum Beispiel damit: "Was der Bauer nicht kennt, das raucht er nicht." Leider wird diese Redewendung aber nicht Eingang in das neue Wörterbuch finden, da es eine Eigenkonstruktion von Elfriede Gerstl sei und somit nicht geläufig, sagen die Experten. Schade eigentlich. Was nicht ist, kann ja noch werden.
Bis zur Erscheinung des Buches müssen sich Interessierte übrigens noch in Geduld üben: Erscheinungstermin ist 2007.


Infolink: dieuniversitaet-online

Donnerstag, 9. März 2006

"angst macht auflage." (oder vogelgrippe IV)

schreibt zumindest volker lange in seiner presseschau auf wisskomm.de. und es geht dabei natürlich (unter anderem) wieder um die vogelgrippe.

dabei gäb's noch soviele andere ängste, die man journalistisch bedienen könnte. eine ziemlich umfassende liste findet man hier: the phobialist
(via henso.com )

Sonntag, 5. März 2006

Science Events: DAS neue Weißbuch!?

Die Europäische Kommission DG Research stellte dieser Tage auf ihrer Website das neue Heft "Science Communication Events in Europe" vor.

Unter Federführung der "European Science Events Association - EUSCEA" wurden Science Weeks, Wissenschaftsfestivals oder ähnliche Aktivitäten quer durch Europa evaluiert, um daraus die DOs und DON'Ts für zukünftige Veranstaltungen zu ziehen – nach dem Motto "Gewusst wie".

Das Heft ist das Ergebnis eines dreijährigen Projekts, welches unter der Leitung des Österreichers Peter Rebernik (Generalsekretärs der EUSCEA, Website: www.scienceweek.at) durchgeführt wurde.

Auf den ersten Blick: ... Österreich ist vertreten, allerdings nur mit der ScienceWeek@Austria (die 2005 abgesagt wurde) ...

Mehr Infos und Bestelladresse: www.science-days.de/buch/whitebook.htm

Aber: Konnte die Publikation im Internet finden - PDFs! Teil 1 und Teil 2 .

Samstag, 4. März 2006

Vogelgrippe II

eigentlich will man darüber langsam wirklich nichts mehr lesen. nur die zeit schafft es wieder einmal, auch bei diesem thema einen neuen aspekt unterzubringen. im dossier der aktuellen ausgabe wird zur abwechslung mal die rolle der tiere in dem ganzen spektakel diskutiert.

Freitag, 3. März 2006

blond überlebt doch?

zur meldung über die blonden gab es, wie ich erst gestern erfahren haben und heute bei sience.orf.at auch nachgelesen habe, eine nicht uninteressante replik, zumindest zu dem teil, der besagt, dass blond in 200 jahren ausgestorben sein werde.

"..Nor, to the best of its knowledge, has WHO issued a report predicting that ‘natural blondes are likely to be extinct by 2202’. WHO has no knowledge of how these news reports originated but would like to stress that we have no opinion on the future existence of blondes."

das hätte wohl allen so gepasst, wenn die blonden endlich aussterben...

.

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