Wem gehören Wissen und Information?
Voller Stolz eine Musik-CD aus den USA mitgebracht, daheim wollte ich die CD anhören. Geht nicht – der Ländercode verbietet es. Was die Musikindustrie vorexerziert, nennt sich Wissensökonomie. Sprich: Verknappung des Gutes. Der Schutz des Urheberrechts steht im Vordergrund, die Intellectual Property Rights (IPR) werden stark mit Codes reguliert.
Ideen, Fakten und Theorien seien eigentlich frei und frei verfügbar, erklärt Rainer Kuhlen, Professor für Informationswissenschaft, Uni Konstanz, und Berater der Grünen in Deutschland beim Dienstag-Vortrag am 9. Mai im Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Geschützt seien Werke, sofern sie Ideen, Fakten und Theorien in eine wahrnehmbare und kommunizierbare Form bringen. Aber ganz klar zeigt auch obiges Beispiel: Verfügbar ist Wissen nur dann, wenn man Zugriff darauf hat.
Kuhlen setzt diesem Trend folgende These entgegen: Eine Gesellschaft, die sich mehr mit der Sicherung der Eigentumsverhältnisse von Wissen und Information beschäftigt, als sich um die Rahmenbedingungen kümmert, steuert auf eine Abwärtsentwicklung zu.
Mit Steuergeldern die Privatisierung des Wissens bezahlen
Er kritisiert die fortschreitende Kommerzialisierung und Privatisierung von Wissen: Viel Steuergeld ist im Spiel, etwa bei den Wissenschaftsverlagen (z. B. Elsevier). Der Autor (Prof., Univ.-Ass, etc) wird vom Staat bezahlt, schreibt den Beitrag in der Dienstzeit. Die Reviewer sind wieder Wissenschafter (die von öffentlicher Hand bezahlt werden). Meist zahlen die Autoren auch noch für den Abdruck. Und die Bibliotheken der Unis kaufen dann die Zeitschriften (mit Steuerngeldern). Elsevier hatte 2005 einen Umsatz von 7 Mrd. Euro und 1 Mrd. Euro Gewinn vor Steuer.
Renaissance der Idee des Open Acess
Kuhlen propagiert die Wissensökologie, den nachhaltigen Umgang mit Wissen und Information. Der freie Zugriff auf Wissen und Information sowie die mediale Vielfalt sollen gesichert werden. Wenn Inhalte und Ideen übernommen werden, ist der Urheber zu zitieren. Je freizügiger der Umgang mit Wissen, desto höher der Innovationsgrad der Wirtschaft, der Wissenschaft sowie der Demokratisierungs- und Transparenzgrad des politischen Systems, so die Meinung Kuhlens.
Seine Forderungen:
Rücknahme des Ausmaßes des Monopols-/Exklusivrechts für Wissen und Information
Präferenz der Entwicklung gegenüber der Verknappung
Anerkennung des besonderen Gutcharakters von Wissen
Bananen und Kerzen
Rainer Kuhlen zum Abschluss. „Wenn ich die Banane esse, ist sie weg. Wenn du deine Kerze an meiner entzündest, ist meine Flamme nicht weg.“ Sprich: Wissen ist anders als andere Güter. Wissen wird nicht rivalisierend gebraucht.
Vortrag unter: www.kuhlen.name
Ideen, Fakten und Theorien seien eigentlich frei und frei verfügbar, erklärt Rainer Kuhlen, Professor für Informationswissenschaft, Uni Konstanz, und Berater der Grünen in Deutschland beim Dienstag-Vortrag am 9. Mai im Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. Geschützt seien Werke, sofern sie Ideen, Fakten und Theorien in eine wahrnehmbare und kommunizierbare Form bringen. Aber ganz klar zeigt auch obiges Beispiel: Verfügbar ist Wissen nur dann, wenn man Zugriff darauf hat.
Kuhlen setzt diesem Trend folgende These entgegen: Eine Gesellschaft, die sich mehr mit der Sicherung der Eigentumsverhältnisse von Wissen und Information beschäftigt, als sich um die Rahmenbedingungen kümmert, steuert auf eine Abwärtsentwicklung zu.
Mit Steuergeldern die Privatisierung des Wissens bezahlen
Er kritisiert die fortschreitende Kommerzialisierung und Privatisierung von Wissen: Viel Steuergeld ist im Spiel, etwa bei den Wissenschaftsverlagen (z. B. Elsevier). Der Autor (Prof., Univ.-Ass, etc) wird vom Staat bezahlt, schreibt den Beitrag in der Dienstzeit. Die Reviewer sind wieder Wissenschafter (die von öffentlicher Hand bezahlt werden). Meist zahlen die Autoren auch noch für den Abdruck. Und die Bibliotheken der Unis kaufen dann die Zeitschriften (mit Steuerngeldern). Elsevier hatte 2005 einen Umsatz von 7 Mrd. Euro und 1 Mrd. Euro Gewinn vor Steuer.
Renaissance der Idee des Open Acess
Kuhlen propagiert die Wissensökologie, den nachhaltigen Umgang mit Wissen und Information. Der freie Zugriff auf Wissen und Information sowie die mediale Vielfalt sollen gesichert werden. Wenn Inhalte und Ideen übernommen werden, ist der Urheber zu zitieren. Je freizügiger der Umgang mit Wissen, desto höher der Innovationsgrad der Wirtschaft, der Wissenschaft sowie der Demokratisierungs- und Transparenzgrad des politischen Systems, so die Meinung Kuhlens.
Seine Forderungen:
Rücknahme des Ausmaßes des Monopols-/Exklusivrechts für Wissen und Information
Präferenz der Entwicklung gegenüber der Verknappung
Anerkennung des besonderen Gutcharakters von Wissen
Bananen und Kerzen
Rainer Kuhlen zum Abschluss. „Wenn ich die Banane esse, ist sie weg. Wenn du deine Kerze an meiner entzündest, ist meine Flamme nicht weg.“ Sprich: Wissen ist anders als andere Güter. Wissen wird nicht rivalisierend gebraucht.
Vortrag unter: www.kuhlen.name
gigge - 16. Mai, 08:15